Sessel fürs Wohnzimmer: Gemütlichkeit auf kleinem Raum

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Ich rate immer dazu, auf eine hochwertige Matratze zu achten, auch wenn der begehbare Kleiderschrank Bodenbelag im Wohnzimmer Vordergrund steht. Ein 16 cm dicker Matratzenaufsatz aus Kaltschaum auf einem Lattenrost sorgt für erholsamen Schlaf, egal ob für Gäste oder für einen selbst. Der Rest des Raums bleibt für Kleidung und Accessoires reserviert. Ein Beispiel aus einer kleinen Wohnung in Köln: Der begehbare Kleiderschrank war nur ein Meter breit, aber durch die Nutzung der Höhe von 250 Zentimetern entstanden drei Ebenen. Ganz oben lagerten Koffer, in der Mitte hingen Blusen, unten standen Schuhe. Das Bett mit einem Bettkasten darunter nahm die restliche Fläche ein. Der Gast schlief auf einem 140 mal 200 Zentimeter großen Bett, das nachts bequem war. Die Kombination aus offenem Kleidersystem und Bettkasten funktioniert perfekt, weil man alles griffbereit hat, ohne dass es chaotisch wirkt.

Ein weiteres Problem war die Höhe der Sitzfläche. Meine alte Couch war zu niedrig, sodass ich beim Kaffeetrinken unbequem tief saß. Die neue hatte eine Sitzhöhe von 45 Zentimetern, genau richtig für den kleinen Tisch. Ich stellte einen schmalen Hocker daneben, um die Tassen abzustellen. Die Kaffeeecke zu Hause gewann dadurch an Funktionalität, ohne überladen zu wirken. Die Couch selbst hatte einen einfachen Klappmechanismus, der die Rückenlehne nach hinten kippte. So verwandelte sie sich in Sekundenschnelle in eine Liegefläche von 190 x 130 cm. Der Bezug war strapazierfähig und ließ sich abnehmen.

Ich stand neulich in einem typischen Berliner Altbau-Schlafzimmer. Die Mieterin wollte unbedingt einen begehbaren Kleiderschrank, aber der Raum war gerade mal zwölf Quadratmeter groß. Ihr größtes Problem: Wo sollen die Gäste übernachten, wenn die gesamte Fläche für Kleidung reserviert ist? Diese Frage höre ich ständig. Viele träumen von diesem Luxus, scheitern aber an der Quadratmeterzahl und der fehlenden Gästeschlafmöglichkeit. Die Lösung liegt in durchdachten Kombinationen, die ich in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich umgesetzt habe. Man muss nur anders denken und jeden Zentimeter doppelt nutzen. Besonders spannend wird es, wenn man offene Systeme mit geschlossenen Elementen mischt. Der begehbare Kleiderschrank muss ja nicht von der Stange sein. Ich zeige meinen Kunden oft, dass maßgeschneiderte Lösungen aus dem Schreinerhandwerk oft günstiger sind als gedacht, vor allem wenn man auf teure Marken verzichtet.

Am Ende zählt die Durchdachtheit der Planung. Ich habe gelernt, dass ein begehbarer Kleiderschrank nicht groß sein muss, um seinen Zweck zu erfüllen. Er muss nur gut organisiert sein. Die Kombination mit einer Schlafmöglichkeit, sei es ein Bett mit Bettkasten oder ein Schlafsofa, macht den Raum doppelt nutzbar. Der begehbare Kleiderschrank wird so zum Zentrum eines flexiblen Wohnkonzepts. Bei einer Kundin in Berlin habe ich einen Raum von nur sieben Quadratmetern so gestaltet, dass er tagsüber als Ankleide diente und nachts als Gästezimmer. Der Schlüssel war ein Klappbett, das in einer Nische verschwand, und ein offenes Kleidersystem aus Edelstahlrohren. Der Gast schlief auf einem 16 cm dicken Matratzenaufsatz auf einem Lattenrost. Die Kleider hingen auf zwei Ebenen, und unter der Decke war Platz für Koffer. So wurde aus einem kleinen Raum ein wahres Multitalent.

Meine Lieblingslösung für das Wohnzimmer ist eine wersalka, die sich tagsüber in eine gemütliche Sitzbank verwandelt und nachts zum Bett wird. Aber ich bin einmal auf die Nase gefallen, als ich eine mit dicker, geschlossener Polsterung kaufte. Nach einem Jahr hatte sich unter der Auflage ein feuchter Film gebildet. Jetzt setze ich auf Modelle mit einem abnehmbaren Bezug aus Baumwolle oder Leinen. Die tapicerka welurowa sieht zwar edel aus, aber sie speichert Feuchtigkeit und Staub. Für ein gesundes Raumklima ist es besser, auf Mikrofaser oder einen Stoff mit offener Struktur zu setzen. Und ich lüfte die Matratze regelmäßig aus, indem ich sie aufstelle.

Der Trick liegt in der Aufteilung der Fläche. Statt einer durchgehenden Garderobe plane ich eine Zone, die tagsüber als Ankleide dient und nachts schnell in ein Gästezimmer verwandelt werden kann. Ein Klappbett an der Stirnseite, umgeben von Regalen und Kleiderstangen, schafft Abhilfe. Ich habe das einmal mit einem 140 Zentimeter breiten Klappbett realisiert, das tagsüber hinter einer Schiebetür verschwindet. Die Matratze war ein 16 cm dicker Matratzenaufsatz, der in einem flachen Fach unter der Decke lagert. Der Rest des Raums bleibt für Schuhe, Hosen und Blusen frei. Entscheidend ist die Höhe der Kleiderstangen. Ich setze sie auf 170 Zentimeter für lange Kleider und 100 Zentimeter für Hemden, damit darunter noch Platz für Schubladen bleibt. Das nutzt den Raum optimal aus, ohne dass man sich bücken muss.

Manchmal reicht der Platz nicht für einen separaten Raum. Dann wird der begehbare Kleiderschrank zur multifunktionalen Möbellösung. Ich arbeite dann mit einer Kombination aus einer Schlafcouch und einem offenen Kleidersystem. Eine Schlafcouch mit einem robusten Ausziehmechanismus ist ideal. Sie dient tagsüber als Sitzgelegenheit und nachts als Bett. Daneben plane ich eine Kleiderstange auf 150 Zentimeter Höhe, darunter Schuhregale. Ein Beispiel aus einer 60er-Jahre-Wohnung: Die Schlafcouch stand an der Längswand, die Kleiderstange an der Querwand. Dazwischen ein schmaler Tisch für die Tasche. Der Gast schläft auf einem 140 mal 200 Zentimeter großen Bett, das sich aus der Couch klappen lässt. Der begehbare Kleiderschrank war eigentlich nur eine Nische, aber durch die offene Anordnung wirkte sie großzügig. Ich habe darauf geachtet, dass die Kleiderbügel auf einer Höhe hängen, die auch große Mäntel aufnimmt, etwa 170 .