Dekospiegel als Raumwunder – Mehr als nur ein Spiegel
Doch nicht jeder traut sich an kräftige Farben heran. Viele meiner Kunden haben Angst, dass ein dunkler Ton den Raum optisch verkleinert. Dabei ist das Gegenteil der Fall, wenn man die richtige Nuance wählt. Ein tiefes Salbeigrün oder ein sanftes Blaugrau können Wunder wirken. In einem kleinen Gästezimmer mit einer klappbaren Couch habe ich ein mattes Moosgrün an die Wand gebracht. Das Bettzeug und die Kissen in Creme und Beige ergänzten die Wandfarben-Trends perfekt. Die Gäste fühlten sich sofort wohl, weil die Farbe Geborgenheit ausstrahlt. Der Trick liegt im Farbauftrag: Lieber zwei dünne Schichten als eine dicke. So entsteht eine samtige Oberfläche, die das Licht streut und den Raum weicher erscheinen lässt.
Ein weiterer Punkt, den ich nicht unerwähnt lassen möchte: die Wirkung von Farben auf die Raumgröße. Viele glauben, dass nur helle Farben kleine Räume größer wirken lassen. Dabei können auch dunkle Töne funktionieren, wenn man sie richtig einsetzt. In einem schmalen Flur habe ich die Längswand in einem tiefen Blaugrau gestrichen und die Schmalseiten in einem hellen Creme. Der Raum wirkte plötzlich breiter, weil die dunkle Farbe die Perspektive veränderte. Dazu ein großer Spiegel und eine helle Deckenleuchte. Der Flur wurde zum Hingucker, ohne dass er beengt wirkte. Die neuen Wandfarben-Trends bieten hier viele Möglichkeiten, die man mit etwas Mut ausprobieren kann.
Zum Schluss noch ein Tipp aus der Praxis: Testen Sie die Farbe immer an einer großen Fläche, bevor Sie die ganze Wand streichen. Kleine Farbmuster auf Papier täuschen oft. Ich nehme immer eine alte Pappe und streiche sie in der gewünschten Farbe an. Dann stelle ich sie für ein paar Tage an die Wand, sowohl bei Tageslicht als auch bei künstlichem Licht. So sehe ich, wie die Farbe in verschiedenen Lichtsituationen wirkt. Besonders bei den aktuellen Wandfarben-Trends mit ihren komplexen Nuancen ist das wichtig. Ein Terrakotta kann bei Morgensonne ganz anders aussehen als bei einer am Abend. Investieren Sie diese Zeit. Es lohnt sich, denn eine falsche Farbe kann den ganzen Raum ruinieren. Und wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einer kleinen Fläche wie einer Nische Ecksofa oder Couch einer Wand hinter dem Bett. So sammeln Sie Erfahrung, ohne gleich das ganze Zimmer zu streichen.
Doch die Wahl der richtigen Fliese ist nur die halbe Miete. Die Fugenfarbe spielt eine ebenso große Rolle. Viele meiner Kunden greifen zu reinem Weiß, weil es sauber wirkt. Aber weiße Fugen in einem Familienbad mit Kindern werden schnell grau. Ich rate oft zu einem hellen Grau, das mit der Zeit nicht so stark nachdunkelt. Man kann auch mit Kontrastfarben spielen. In einem Gästebad mit dunklen Natursteinfliesen heben helle Fugen jede einzelne Platte hervor. Das sieht edel aus, erfordert aber eine exakte Verlegung. Ein Fliesenleger mit Erfahrung ist hier unverzichtbar. Wer sparen will, sollte nicht am Material sparen, sondern eher an der Größe. Badezimmerfliesen in gängigen Formaten sind oft günstiger als Sonderanfertigungen. Meine Empfehlung: Vor dem Kauf unbedingt Muster bestellen und bei Tageslicht anschauen.
Was die Beleuchtung in einer Industrial-Einrichtung angeht, bin ich ein Fan von vielen verschiedenen Lichtquellen. Eine große Deckenleuchte mit fünf schwarzen Schirmen hängt über dem Sofa. Dazu kommen zwei Stehlampen mit Stoffschirmen und ein paar Kerzenhalter aus Schmiedeeisen. Der Trick ist, dass das Licht warm sein muss, sonst wirkt der Raum kalt. Ich habe überall dimmbare LED-Glühbirnen mit 2700 Kelvin eingesetzt. Ein besonderes Stück ist eine alte Signallampe von einem Bahnhof, die ich umgerüstet habe. Sie hängt über dem Esstisch und gibt ein warmes, leicht fahles Licht. In den Ecken stehen kleine Tischlampen auf alten Holzkisten. Ich habe gelernt, dass man nicht alles perfekt planen kann, sondern auch zufällige Fundstücke einbauen sollte.
Ich habe gelernt, dass die richtige Beleuchtung die Wirkung der Badezimmerfliesen enorm beeinflusst. In meinem eigenen Bad habe ich eine dimmbare Deckenleuchte und zusätzliche Spots über dem Spiegel. Morgens beim Schminken brauche ich helles, kaltweißes Licht. Abends beim Baden reicht warmes, gedimmtes Licht. Die Fliesen reflektieren das Licht unterschiedlich. Matte Flächen schlucken Licht, glänzende werfen es zurück. In einem kleinen Bad ohne Fenster würde ich zu glänzenderen Fliesen greifen, um den Raum heller erscheinen zu lassen. Aber wie gesagt, die Rutschgefahr beachten. Eine Kombination aus beidem ist oft die beste Lösung. Ich habe schon Bäder gesehen, wo die Decke mit Spiegelplatten versehen war, was den Raum optisch verdoppelte. Das ist aber Geschmackssache und nicht jedermanns Sache. Mir persönlich wäre das zu unruhig.
Wenn ich durch Wohnungen meiner Kundinnen gehe, fällt mir immer wieder auf: Die Farbe an der Wand entscheidet über die gesamte Stimmung. Nach Jahren des minimalistischen Graus und steril-weißen Wohltemperiertheit sehnen sich viele nach mehr Persönlichkeit. Die neuen Wandfarben-Trends setzen auf Erdtöne, die an sonnengeküsste Lehmhäuser in der Toskana erinnern. Terrakotta, gebranntes Orange und warme Ockertöne schaffen eine behagliche Atmosphäre, selbst wenn das Schlafzimmer nur zehn Quadratmeter misst. Ich habe letztens eine kleine Wohnung mit einem tiefen Rostrot gestrichen. Der Effekt war verblüffend: Der Raum wirkte plötzlich größer, weil die Farbe das Licht sanft reflektierte. Dazu ein heller Holzboden und eine weiße Decke. So entsteht Tiefe, ohne dass es erdrückend wirkt.